Hinter Namen wie Diplodocus oder Tyrannosaurus verbergen sich für die meisten schon längst keine unbekannten Geschöpfe mehr. Sie gehören zu den bekanntesten Vertretern unter den Dinosauriern.

 

Schwierig wird es jedoch, wenn man zum Beispiel gefragt wird, ob auch die riesigen Meeresechsen ( Ichthysaurier ) und Flugsaurier zu den Dinosauriern gehörten. Woran also lassen sich Dinosaurier erkennen ?

 

– Dinosaurier lebten nur während des Mesozoikums. Sie entstanden in der Mitte der Triaszeit ( vor 248 bis 208 Mio Jahren ) aus Archosauriern und starben zum Ende der Kreidezeit ( vor 66 Mio Jahren ) langsam aus. Dinosaurier bevölkerten also rund 150 Mio Jahre die Erde ( zum Vergleich: menschenähnliche Lebewesen gibt es erst seit etwa 4,5 Mio Jahren ).Während dieses unvorstellbar langen Zeitraums waren sie die beherrschende Tiergruppe auf der Erde.

 

– Alle Dinosaurier lebten auf dem Land, wo sie eine ungeheure Artenvielfalt hervorbrachten und in den unterschiedlichsten Lebensräumen anzutreffen waren. Dinosaurier waren auf allen Kontinenten zu finden, selbst in der Arktis hinterließen sie ihre Spuren • die Antarktis lag damals allerdings noch näher am Äquator und war damit viel wärmer als heute. Zu den Dinosauriern gehörten zweibeinige Räuber ebenso wie die massigsten Pflanzenfresser, die je auf der Erde gelebt haben: Diplodocus erreichte eine Länge von 30 Metern, und Brachiosaurus mag wohl an die 30 ( bis 50 ) Tonnen gewogen haben. Während ihrer Blütezeit vor rund 135 Mio Jahren bevölkerten auch gepanzerte Formen wie Stegosaurus, der mit drei Hörnern bewehrte Triceratops und der fünfeinhalb Meter hohe auf zwei Beinen jagende Tyrannosaurus Rex die Erde.

 

– Alle Dinosaurier waren Reptilien, die wie die Krokodile, Eidechsen und Schlangen eine schuppige Haut hatten und Eier legten. Es gab aber auch große Unterschiede zu den bekannten Vertretern der Reptilien, denn

 

alle Dinosaurier liefen aufrecht und auf säulenförmigen Beinen, während die Beine der übrigen Reptilien weit auseinanderstehen und seitlich abgewinkelt sind. So konnten Dinosaurier viel schneller laufen und die Beine das oftmals enorme Körpergewicht viel besser tragen • genau wie bei modernen Vögeln und Säugetieren.

PFLANZENFRESSER

 

Der – Armsaurier • Brachiosaurus lebte in der Kreidezeit vor 153 bis 113 Mio Jahren. Die Fundorte seiner Skelette liegen in Portugal, Algerien, Tansania sowie in Colorado, Utah und Wyoming ( USA ) . Brachiosaurus war einer der größten und schwersten Dinosaurier, die je gelebt haben ( Länge 25 Meter, Gewicht bis zu 50 Tonnen ! , das entspricht etwa 25 Nashörnern ) . Allein der Knochen seines Oberarms war so lang, wie ein erwachsener Mensch groß ist. Brachiosaurus ernährte sich von diversen Pflanzen, wie Nadelgewächsen, Baumfarnen und Farnen. Einige Wissentschafter vermuten, dass viele Dinosaurier wie Vögel und Säugetiere zu den gleichwarmen Tieren gehörten. In diesem Fall hätte ein Brachiosaurus täglich etwa 200 Kilogramm Pflanzen fressen müssen, um seine Körpertemperatur zu halten • das wäre jedoch sehr zeitaufwendig gewesen. Auf der anderen Seite haben die Forscher errechnet, dass kaltblütige Brachiosaurier dann etwa 100 Jahre bis zum ausgewachsenen Zustand gebraucht hätten.

In der Zeit des Jura ( vor 150 Mio Jahren ) lebte Stegosaurus: Ein etwa 9 Meter langer und rund 2 Tonnen schwerer Pflanzenfresser, der durch seine zahlreichen Rückenplatten und vier Schwanzstacheln auffiel. Sicherlich diente der bewehrte Schwanz, der an einen mittelalterlichen Morgenstern erinnert, seiner Verteidigung. Bei den Rückenplatten nimmt man jedoch an, dass Stegosaurus mit ihnen seine Körpertemperatur beeinflussen konnte. Da die Plattenhaut stark durchblutet wurde, brauchte sich das Tier nur seitwärts zur Sonne zu stellen, um sich von den Sonnenstrahlen aufheizen zu lassen. War ihm warm genug oder wurde es Stegosaurus gar zu heiß. Stand er längs zur Sonne und kühlte sich durch den vorbeiziehenden Wind ab. Die Fundorte von Stegosaurus liegen in Colorado, Utah und Wyoming ( USA ) .

 

 

FLEISCHFRESSER

 

Obwohl nur etwa 60 Kg schwer und kaum die Schulterhöhe eines Erwachsenen erreichend, war Deinonychus alles andere als harmlos. Als schneller Läufer und Jäger im Rudel bedeutete dieser Fleischfresser der Kreidezeit ( er lebte vor 113 Mio Jahren ) selbst für sehr viel größere Dinosaurier eine ernste Gefahr. Das furchteinflössende Markenzeichen von Deinonychus war die SCHRECKENSKRALLE an der zweiten Zehe seiner Füße: sehr groß, sehr beweglich und sehr gefährlich . Damit konnte Deinonychus seinen Opfern so tiefe Wunden zufügen, saß sie auf Grund des enormen Blutverlusts oder einfach durch den Schock zusammenbrachen. Bemerkenswert ist Deinonychus aber auch noch aus anderen Gründen: Am Beispiel dieser Gattung vertrat der amerkanische Saurierforscher John Ostrum die Meinung, dass schnelle Raubsaurier wie dieser warmblütig gewesen sein müssen . Und er stellte die Hypothese auf, dass sich die Vögel aus solchen kleinen, warmblütigen Dinosauriern entwickelt haben könnten. Die Fundorte von Deinonychus- Skeletten liegen in Montana und Wyoming ( USA ).

 

 

REKORDE DER DINOSAURIER

 

– Seismosaurus: 50 m lang, 80 t schwer

– Tyrannosaurus Rex: 5,9 m hoch, 11 m lang, 6-7,5 t schwer

– Brachiosaurus: 22 m lang, 14 m Kopfhöhe, 6 m Schulterhöhe

– Mamenchisaurus: 11 m Halslänge

– Ornithomimiden: ca. 40 km/h schnell

– Hadro • u. Brachiosaurier: bis 100 cm breiter Fußabdruck

 

DEN DINOSAURIERN AUF DER SPUR

 

Im Jahr 1824 schrieb der Naturbeobachter William Buckland den ersten Beitrag über einen Ursaurier und Sir Richard Owen gab den Dinosauriern 1842 ihren Namen. Aus Überlieferungen weiß man, dass bereits 300 Jahre n. Chr. Dinosaurierknochen in China gefunden wurden. Doch erst ab dem 19. Jahrhundert fanden umfangreiche Ausgrabungen statt, die nur ein Ziel hatten: Dinosaurier. Inzwischen gibt es aus allen Erdteilen Fundmeldungen, und jedes Jahr kommen neue hinzu. Die meisten Dinosaurierfossilien stammen aber aus den USA, wo es regelrechte Dinosaurier-Parks gibt.

 

Als Fossilien bezeichnet man die versteinerten Überreste von Tieren. Wenn Tiere gestorben sind, wird ihr Körper in der Regel von Aasfressern, Bakterien und Pilzen abgebaut. Manchmal kam es allerdings vor, dass Tierkadaver sofort mit Sand ( durch Sandstürme ) oder Schlick ( durch Überschwemmumgen ) bedeckt und so vor der normalen Zersetzung bewahrt wurden. Während die Weichteile dann langsam zerfielen, sammelten sich in den Knochen verschiedene Mineralien an. Als sich nun im Laufe von Jahrmillionen immer mehr Sand • und Gesteinsmassen ablagerten und der Druck in der Tiefe immer größer wurde, versteinerten die Knochen langsam und wurden zu Fossilien.

 

Neben fossilen Zähnen und Knochen werden bei Ausgrabungen auch versteinerte Fußspuren, Hautabdrücke, Exkremente und Eier gefunden, die den Paläontologen ( Fachleute für ausgestorbene Tier ) die WIEDERHERSTELLUNG der Dinosaurier ermöglichen :

 

– Erfahrene Paläontologen können aus versteinerten Fußspuren auf Laufgeschwindigkeit, Größe, Gewicht und Gehweise des Dinosauriers schließen und erkennen, ob es sich um ein einzelnes Tier oder um eine Herde gehandelt hat.

– Versteinerte Exkremente zeigen die Ernährung, und fossile Pflanzenfunde lassen ein Bild vom Lebensraum der Dinosaurier entstehen.

– Die Entdeckung fossiler Eier und Gelege gab erste Hinweise auf das Brutverhalten der Echsen

– Unförmige Knochen und Gelenke zeigen, dass auch Dinosaurier unter Knochen krankheiten leiden konnten, und aus Knochen und Skeletten lassen sich Dinosaurier fast wieder zum Leben erwecken. Durch den Vergleich mit heute lebenden Tieren weiß man sehr genau, wie Knochen, Sehnen und Muskeln zusammenarbeiten. Daher ist es auch bei Fossilien möglich, die Knochen im Modell wieder mit Muskeln zu belegen und den Tieren eine neue Haut überzuziehen

 

 

 

Reine Fantasie ist jedoch die Farbgebung der Dinosauriermodelle, denn keiner weiß, wie Dinosaurier wirklich ausgesehen haben. Man vermutet heute jedoch, dass sie sich ähnlich wie viele Vogel • und Säugetierarten auch ebenfalls mit verschiedenen Zeichnungsmustern auf der Haut vor ihren Feinden getarnt haben.

 

DINOSAURIERFUNDE IN EUROPA

 

– Plateosaurus aus der Trias: 1837 bei Nürnberg

– Eigelege aus der Kreidezeit: seit 1860 in Südfrankreich

– Archaeopteryx: 1861 bis 1992 bei Solnhofen, 1876 bei Eichstätt

– 29 Iguanodon • Skelette: 1878 bei Bernissart, Belgien

 

 

DAS NEUE BILD VOM DINOSAURIER

 

Lange Zeit galten Dinosaurier als plump, träge und ausgesprochen dumm. Doch seit einiger Zeit sehen Paläontologen die Echsen in einem ganz neuen Licht. Zwar ähneln Dinosaurier in vielen Merkmalen immer noch Reptilien ( Besitz einer Kloake, Eierlegen, einige Knochenmerkmale ), aber in anderer Hinsicht vergleichen viele Wissenschaftler sie immer häufiger mit heutigen Vögeln und Säugetieren. So sollen zumindest einige Dinosaurierarten nicht mehr wechsel-, sondern gleichwarm gewesen sein: Anders konnte man sich einige Skelettfunde nicht erklären, die auf schnelle Räuber hindeuten ( Deinonychus ), die ihre Beute ganz offensichtlich über eine längere Strecke verfolgt haben. Außerdem bestätigen Untersuchungen zum Knochenwachstum bei Säugetieren, Reptilien, Dinosauriern und Vögeln die Hypothese, dass bestimmte Dinosauriergruppen die Vorfahren der Vögel sein könnten. Und auch der Fund des berühmten Urvogels Archaeopteryx im August 1992 bei Solnhofen zeigte, dass Saurier und Vögel miteinander verwand sein müssen.

 

Weitere Hinweise auf die Entwicklung der Dinosaurier ergaben sich aus zahlreichen Funden fossiler Nistplätze. Aus dem Aufbau der Dinosaurier-Nester glaubt man nämlich darauf schließen zu können, dass es bereits elterliche Fürsorge für den Nachwuchs gab. So sind sich die Forscher heute weitgehend einig, dass Dinosaurier ein ausgeprägtes Gemeinschaftsleben ( Sozialverhalten ) entwickelt hatten. Auch jagten manche Raubsaurier schon in kleinen Trupps, während sich Pflanzenfresser schützten, indem sie sich zu großen Herden zusammenschlossen. All dies setzt aber eine recht hohe Intelligenz bei Dinosauriern voraus, ohne die ein so ausgeprägtes Sozialleben nicht möglich gewesen wäre. Deshalb konnten Dinosaurier gar nicht so dumm gewesen sein, wie bisher immer angenommen.

Quelle: Dinotime.de

One response »

  1. Araştırdığım her konuda makalelerinizi buluyorum sağolun

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