Das Aussterben der Dinosaurier

Gemessen an der Dauer ihrer Herrschaft verschwanden die Dinosaurier ziemlich plötzlich. 170 Millionen Jahre lang, ein ganzes Erdzeitalter, prägten die Dinosaurier die Tierwelt. Doch nach Ende der Kreidezeit vor rund 65 Millionen Jahren fehlt von ihnen jede Spur, mit einer Ausnahme natürlich: den Vögeln.

Farblithographie eines Triceratops. (Rechte: AKG)Di­no­sau­ri­er gal­ten an­fäng­lich als dumm und groß

Ungeklärte Ursachen

Warum die Dinosaurier ausstarben, ist bis heute nicht geklärt. Die ersten Forscher, die sich mit dieser Frage beschäftigten, gingen davon aus, dass die Dinosaurier schlicht zu dumm und zu groß waren, um sich an ihre Umwelt anzupassen. Angesichts ihres langen Erfolgs und des enormen Formenreichtums – es gab ja Dinosaurier in ganz unterschiedlichen Größen und spezialisiert auf ganz verschiedene Nahrungsvorkommen – vertritt heute eigentlich kein Wissenschaftler mehr eine solch pauschale Theorie. Die Dinosaurier waren auch nicht die einzigen Lebewesen, die am Ende der Kreidezeit ausstarben. Schätzungen zufolge überlebte ungefähr die Hälfte aller damals existierenden Tier- und Pflanzenarten nicht den Übergang vom Erdmittelalter in die Erdneuzeit.

Heute wird angenommen, dass sich der Prozess des Aussterbens über ungefähr 300.000 Jahre erstreckte. Diese Dauer ist allerdings nur sehr schwer zu bestimmen. Denn die Dinosaurier-Fossilien liegen über die ganze Welt verstreut und selbst die besten Fundorte gewähren keinen Rückblick ohne Lücken von mehreren Millionen Jahren zwischen einzelnen Fossilien. Noch heftiger als der Zeitraum des Rückgangs wird diskutiert, warum die Dinosaurier ausstarben. Einig sind sich die meisten Forscher nur, dass das Aussterben auf gravierende Klimaveränderungen zurückzuführen sein muss. Mehrere hart umkämpfte Theorien versuchen heute zu erklären, wie dieser Klimawandel genau aussah und was ihn herbeiführte.

Grafik mit einem großen Gesteinsbrocken im dunklen Weltraum. (Rechte: SWR)Me­teo­ri­ten­ein­schlä­ge haben eine enor­me Wucht

Meteoriteneinschlag

In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts stießen Forscher auf einen 200 Kilometer breiten Krater unter der Küste des Golfs von Mexiko. Vor 65 Millionen Jahren, also ungefähr zur Zeit des Massenaussterbens, ist dort, wo heute die mexikanische Halbinsel Yucatán liegt, wahrscheinlich ein gewaltiger Meteorit von zehn Kilometern Durchmesser mit nahezu 100.000 Kilometer pro Stunde eingeschlagen. Die Folgen müssen verheerend gewesen sein. Der Meteorit löste eine Flutwelle um die ganze Erde aus und schleuderte so gewaltige Mengen Staub in die Atmosphäre, dass sich die Erde schockartig für viele Jahre abgekühlt haben muss. Schon 1980 hatte der Physik-Nobelpreisträger Luis Alvarez die These aufgestellt, dass ein Meteoriteneinschlag den Dinosauriern den Garaus machte. Doch immer weniger Forscher glauben mittlerweile, dass die Folgen eines einzelnen Einschlags dazu ausreichten. Die meisten Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass mehrere Gründe für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich waren. Vielleicht noch weitere Meteoriten, denn in der Folgezeit wurden noch mehr Krater gefunden, die auf eine ganze Serie von Meteoriteneinschlägen hindeuten. Aber es gibt auch noch andere mögliche Ursachen.

Eine riesige Wolke aus Gas und Staub erhebt sich am 18. Mai 1980 nach der Eruption über dem Mount St. Helens. (Rechte: dpa)Vul­kan­aus­brü­che set­zen un­ge­heu­re Men­gen an Staub und Gasen frei

Vulkanausbrüche

Das Ende der Kreidezeit ist durch gewaltige Vulkanausbrüche geprägt. Die bis zu drei Kilometer dicke Lavaschicht des indischen Dekkan-Trapp-Massivs zeugt heute noch von den ungeheuren Mengen an Staub und Treibhausgasen, die dabei freigesetzt wurden. Die Ausbrüche hielten wahrscheinlich über mehrere Millionen Jahre an. Viele Forscher glauben darum, dass diese Vulkanausbrüche zu einer radikalen Klimaveränderung beitrugen, die für die Dinosaurier, aber auch für viele andere Tiere und Pflanzen das langsame Ende bedeutete.

Kontinentaldrift

Eine andere Theorie führt den entscheidenden Klimawandel auf die Verschiebung der Kontinente zurück. Über das gesamte Ende der Kreidezeit veränderte sich das Klima lokal demnach, weil die Kontinente immer weiter auseinanderdrifteten. Viele Gebiete entfernten sich vom Äquator und kühlten ab. Der Atlantik, anfangs noch vom Festland umgeben, öffnete sich immer weiter, so dass kalte, arktische Ozeanströmungen eindringen konnten. Auch die Landschaft veränderte sich. Da sich die Kontinentalplatten teilweise übereinanderschoben, falteten sich auf dem Land gewaltige Gebirge auf wie die Rocky Mountains, der Himalaja und die Alpen.

Drei Giraffen laufen vor einem schneebedeckten Berg durch die Savanne. (Rechte: dpa)Das Zeit­al­ter der Säu­ge­tie­re brach an

Wendepunkte der Evolution

Während des Übergangs vom Erdmittelalter zur Erdneuzeit vor rund 65 Millionen Jahren fanden also zeitgleich mehrere Umbrüche statt, die alle dazu beigetragen haben könnten, dass die Dinosaurier, wie viele andere Tiere und Pflanzen auch, ausstarben. Bis heute streiten Wissenschaftler darüber, welche Ursache letztlich entscheidend war. Fest steht, dass dieses Massenaussterben nicht das einzige in der Erdgeschichte war. Das größte ereignete sich, bevor die Dinosaurier aufkamen – vor 253 Millionen Jahren am Ende des Perms.

Massenaussterben stellen immer auch einen Wendepunkt im Verlauf der Evolution dar, in deren Folge es neuen Arten möglich wird, sich zu entwickeln. Nach der von den Dinosauriern beherrschten Epoche entstanden mit den Gräsern und Blütenpflanzen ganz neue Pflanzenarten und die Säugetiere eroberten das Festland.

Tobias Schlößer, Stand vom 26.05.2010

Quelle:

http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/urzeit/dinosaurier/saurier_aussterben.jsp

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