Forscher haben ein Bakterium gezüchtet, dessen Erbgut wohl anders tickt als das aller anderen Lebewesen. Im Labor entstand eine künstliche Evolution im Zeitraffer.

Künstlich veränderte E. coli-Bakterien unterm Mikroskop: Die Mikroben verzichten auf einen natürlichen Grundbaustein des Lebens

Vor etwa einem Jahr verkündete Star-Genetiker Craig Venter eine kleine Sensation: Mit angeblich künstlichem Erbgut erweckte er ein Bakteriumzum Leben. Am Reißbrett hatten seine Wissenschaftler damals das Genom des Organismus entworfen und anschließend im Labor zusammengeflickt. Allerdings nach dem Vorbild eines natürlich vorkommenden Bakteriums. Venter, bekannt seit dem Wettlauf um die Entzifferung des menschlichen Erbguts, träumte bereits von Designermikroben, die alle erdenkliche Aufgaben erledigen: von der Arzneimittelherstellung bis hin zu neuartigen Treibstoffentwicklungen.

Bereits damals war klar: Ein Organismus, der sich gänzlich dirigieren lässt, wie es der Mensch wünscht, bleibt vorerst ein Traum. Doch die Experimente in den Labors gehen weiter. Nun ist es Wissenschaftlern um Rupert Mutzel von der Freien Universität Berlin gelungen, ein Bakterium heranzuzüchten, das zwar nicht künstlich ist, aber dennoch in der Natur niemals vorkommen würde.

Die Forscher veränderten das Erbgut eines ursprünglichen Escherichia-coli-Stamms so, dass es auf einen Grundbaustein des Lebens praktisch verzichten kann. Die Erbinformationen aller Lebewesen sind in Form eines Strangs Desoxyribonukleinsäure (DNS) in den Zellen gespeichert. Darin eingefügt sind die vier Basen Adenin (A), Cytosin (C), Guanin (G) und Thymin (T) – die Buchstaben des Lebens. “Das Neue und Besondere ist, dass wir ein Bakterium erzeugt haben, das kein Thymin mehr in der DNS hat, sondern stattdessen ein synthetisches Analog enthält”, sagte der Mikrobiologe Mutzel ZEIT ONLINE. Der neue Baustein ist nun die synthetisch hergestellte, chemisch ähnliche Base 5-Chloro-Uracil, die normalerweise giftig für Organismen ist.

Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Angewandte Chemie veröffentlicht.

Quelle:

http://www.zeit.de/wissen/2011-06/kuenstliches-bakterium-dna

 

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